Ortho-Ped Dittmer
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Berlin-Wilmersdorf

Pro-Pedia

Ein Projekt zum Recycling von Orthesen und Prothesen

Den medizinisch begründeten Notwendigkeiten entsprechend, werden in der Bundesrepublik jährlich ca. 100.000 individuell zu fertigende Orthesen und Prothesen verordnet. Als Anhaltspunkt dient die Zahl der diabetisch bedingten Amputationen von ca. 62.000 jährlich.

Der überwiegende Teil der notwendigen orthopädie-technischen Individualversorgungen wird durch die gesetzlichen Krankenkassen finanziert. Der Nutzungszeitraum liegt im Durchschnitt bei drei bis sechs Jahren, kann jedoch durch körperliche Veränderung der Betroffenen sehr viel kürzer sein.

Für die Rücknahme der nicht mehr zu nutzenden individuell gefertigten Orthesen und Prothesen gibt es kein Rücknahmesystem. Die Entsorgung geschieht pietätvoll im blauen Müllsack über die Müllabfuhr und landet damit in der Müllverbrennung oder wird in modernen Anlagen zerschreddert. Hierbei werden Tonnen orthopädischer Hilfsmittel entweder in umweltbelastende Verbrennungsgase oder in geschredderte Metall- und Kunststoffreste umgewandelt.

 

Re - Propedia
Re-Propedia

Eine Projektidee zum Recycling von Orthesen und Prothesen und zur Unterstützung körperlich Versehrter Menschen außerhalb der Europäischen Union.

Bei der Niederschrift zu diesem Projekt durchblätterte ich meine Korrespondenzen und Presseartikel, die vor 10 Jahren für mich eine Aufforderung zum Handeln waren und die auch heute ihre Aktualität nicht verloren haben.

Es waren die ausführlichen Berichterstattungen über die Opfer von Landminen und Sprengfallen, die weltweit jährlich bis zu 25.000 Menschen verstümmeln oder töten.

Da in meinem Berufsalltag als Orthopädie-Mechaniker-Meister es keiner besonderen Vorstellungskraft bedarf um zu wissen, dass schon 25 Prothesenversorgungen eine fachliche und finanzielle Herausforderung sind, fühlte ich eine Verpflichtung zum Handeln. Neben der Vernunft bildeten mehrere Sachüberlegungen meine Beweggründe, die ich wie folgt skizzieren möchte:

  • 1. Meine eigene Erfahrung beim Aufbau eines orthopädischen Versorgungssystems für die Republik Tunesien in den Jahren 1968-1971. Auch hier kamen anfangs aus den USA gespendete Hilfsmittel zum Einsatz, die wir über Care-Medico erhielten und die bei der Kinderversorgung, wie auch bei Importengpässen von notwendigen Bauteilen, eine große Hilfe waren.
  • 2. Deutsche und internationale Produzenten hochwertiger technischer Bauteile für die Orthopädie-Technik verwenden heute zum großen Teil Systemverbindungen, die aufeinander abgestimmt sind. Deutsche, amerikanische, russische oder auch Prothesenteile aus Island können miteinander kombiniert werden. Bei der sehr viel schwierigeren Fertigung von Orthesen gibt es ebenfalls Gelenksysteme, die mit dem passenden Formstahl den Gelenkaufbau der Stützelemente ermöglichen.
  • 3. Es gibt in Deutschland kein System einer geregelten Rücknahme orthopädischer Hilfsmittel, obwohl wir flächendeckend mit Verwaltungsniederlassungen fast aller ca. 217 zugelassenen Krankenkassen versorgt sind. Sie könnten ein Rücknahmesystem bilden. Es wird vielmehr von den Krankenkassen abgelehnt, überhaupt für eine Rücknahme zuständig oder verantwortlich zu sein.
  • 4. In einem nicht geklärten Rechtsrahmen der Hilfsmittel, die zwar den Eigentumsvorbehalt der Krankenkassen unterliegen, wird weder deren gezielte Rückholung veranlasst noch die Aufgabe des Eigentumsvorbehaltes erklärt. Das Resultat ist, dass Orthesen und Prothesen über den blauen Müllsack dem Hausmüll beigegeben werden.


Mutmacher der Nation

Berliner Orthopädiemeister für „Mutmacher der Nation" nominiert
Orthopädiemeister Klaus Dittmer kämpft für Minenopfer und gegen Verschwendung. Mit seiner Idee wird er jetzt zum Landessieger in Berlin nominiert.

Berlin, 4. November 2009. Klaus Dittmer ist erfolgreicher Unternehmer und trotzdem noch nicht am Ziel seiner Wünsche. Denn er kämpft für eine Idee, mit der er vielen Menschen helfen kann. Dittmer ist Orthopädie-Mechanikermeister. „Als ich eines Tages einen Bericht über Opfer von Landminen sah, habe ich das als Aufforderung zum Handeln verstanden", so der 67-Jährige. Für sein Engagement wird Klaus Dittmer nun bei Deutschlands wichtigster Mittelstandsinitiative „Mutmacher der Nation" für den Landessieg in Berlin nominiert.

Der Experte für Prothesen und Orthesen

- letztere sind zum Beispiel Maßschuhe oder Bandagen, die Körperteile stützen - weiß um den immensen Kostenaufwand für jedes einzelne dieser Hilfsmittel. Seine Idee: die teuren Hilfsmittel wieder zu verwerten, um den jährlich rund 25.000 Minenopfern weltweit zu helfen. Menschen, die auf Hilfe dringend angewiesen sind.

„Solche orthopädischen Hilfen haben in Deutschland meistens eine fünfjährige Garantie. Aber oft werden sie schon vorher nicht mehr genutzt, wegen körperlicher Veränderungen zum Beispiel. Bei Kindern, die ja noch im Wachstum sind, müssen Prothesen sowieso jedes Jahr ersetzt werden", weiß Dittmer. Rund 125.000 Prothesen und Orthesen werden in Deutschland jährlich hergestellt. Mit seiner Initiative Re-Propedia kämpft er dafür, dass ausrangierte Teile nicht mehr im Hausmüll landen.

Diese Verfahren vernichten Bauteile, die bei einer geregelten Rücknahme gewonnen werden können. Es ist vorstellbar, dass ca. 15-20 % der rein mechanischen Bauteile bei einer geregelten Hilfsmittel-Rücknahme und Materialaufspaltung weiterverwendbar sind.

Das nachhaltige Resultat eines Rücknahme- und Recycling-Projektes ist:
  • 1. Die Verringerung des Müllaufkommens
  • 2. Die Rückgewinnung von Rest-Materialien wie Aluminium, Titan und Edelstahl
  • 3. Die Gewinnung von Bauteilen, die karitativ außerhalb der europäischen Union eingesetzt werden könnten
  • 4. Der Imagegewinn, dass aus Deutschland neben dem Export von Waffentechnologien auch die karitative Weitergabe von Hilfsmittel-Bauteilen möglich ist
  • 5. Ein Imagegewinn deutscher Krankenkassen, die mit ihrem landesweiten Bezirksstellen-Netz die „erste Adresse“ für unser Projekt sein könnten.

Anfragen zu Pro-Pedia über Ortho-Ped Dittmer

 

Meine Bemühungen, orthopädische Altteile einer karitativen Nutzung zuzuführen, waren nur teilweise erfolgreich. Dies ist mehr wie tragisch bei ca. 65tausend neuen Beinamputationen jährlich in Deutschland, die stets neu mit Prothesen versorgt werden.

Prothesenteile haben im Schnitt eine garantierte Haltbarkeit von fünf Jahren. Sie werden jedoch oft durch die körperlichen Veränderungen ihrer Nutzer früher ersetzt oder der Gebrauch einer Prothese entfällt. Die Orthesen von Kindern und Jugendlichen werden in den Wachstumsphasen fast jedes Jahr ersetzt. Die Orthesen Erwachsener ca. alle fünf Jahre oder in größeren Intervallen, dem Verschleiß entsprechend.

Dass all die verwendeten Materialien und Bauteile über die Müllverbrennung in Rauchgas verwandelt werden, kann nicht der richtige Weg sein.

Mit der Klimadiskussion und der Erkenntnis, dass unser eigenes Verhalten es ist, das unser Klima schädigt, versuchte ich die Forderung nach einer gezielten Hilfsmittelrücknahme mit den Klimazielen zu verbinden.

Wenn bis zu 100.000 Prothesen und Orthesen jährlich in Rauchgas verwandelt werden, ist dies nicht nur eine wenn auch begrenzte Umweltbelastung, aber ein Skandal, dass Wertstoffe aus Aluminium, Titan und Edelstahl nicht aufgespalten werden und das wiederverwendbare Bauteile nicht karitativ genutzt werden können.

Auf meine Schreiben an Berliner Senatoren

Bundestagsabgeordnete, dem parlamentarischen Staatssekretär Herrn Michael Müller des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und auch an die Bundeskanzlerin, erhielt ich verschiedene ermutigende Zuschriften, ohne dass ich der Realisierung dieses Projektes wesentlich weiter gekommen bin.

Meine jetzigen Bemühungen für eine öffentlichkeitswirksame Darstellung des Problemfeldes betreibe ich mit der Kunstlehrerin der Marienburg-Oberschule in Berlin Wilmersdorf. Mit den Schülern eines Leistungskurses wurde ein Logo entwickelt, das auf Plakaten oder Flyern den Gedanken der Hilfe darstellt und der das Problem der Umweltbelastung durch eine ungeregelte Hilfsmittelentsorgung zum Inhalt hat.

K. Dittmer (Berlin, den 16.07.2008)

Projektplanung und Information
Wolf-Dieter Bölke, Autor und Regisseur Klaus Dittmer
Othopädie-Mechaniker-Meister c/o Ortho-Ped Dittmer

 

Klaus Dittmers Idee: Die Krankenkassen könnten die Prothesen und Orthesen zurücknehmen - schließlich sind sie ihr Eigentum, für das sie nach Berechnung des Fachmanns jährlich 2,39 Milliarden Euro ausgeben. Er will mit seinen Mitstreitern dafür sorgen, dass die wieder verwertbaren technischen Baugruppen in neue Prothesen eingesetzt werden - vor Ort, von orthopädischen Werkstätten in Krisengebieten. Außerdem lassen sich wertvolle Rohstoffe wie Titan, Aluminium und Edelstahl, soweit sie nicht mehr zu nutzen sind, recyceln.

Der Handwerker spricht aus Erfahrung:

Vor vierzig Jahren half er mit, in Tunesien ein orthopädisches Versorgungssystem aufzubauen. Gespendete Hilfsmittel aus den USA konnten Importengpässe bei Bauteilen überbrücken und kamen besonders den Kindern zu Gute. Auch heute sei deutsche, amerikanische, russische und isländische Orthopädietechnik miteinander kombinierbar.

Noch hat Klaus Dittmer mit seinem Projekt zwar Gegenliebe, aber wenig Unterstützung erfahren. So kämpft er unverdrossen weiter: „Schließlich sind wir Gäste auf dieser Erde und müssen für unser Handeln Verantwortung übernehmen."

Nun wird sein Kampfgeist mit der Nominierung zum Landessieg in Berlin bei „Mutmacher der Nation", Deutschlands größter Mittelstandsinitiative, honoriert. Die Initiative wurde von der Verlegergemeinschaft DasÖrtliche ins Leben gerufen und bringt vorbildliche Unternehmer in die Öffentlichkeit. Wer es Klaus Dittmer gleichtun und bei „Mutmacher der Nation" mitmachen möchte, kann sich online auf www.mutmacher-der-nation.de oder telefonisch unter 0201 / 83012-510 bewerben.

Mutmacher der Nation (PDF)